Datensätze für jedermann: Monitoring von Waldschäden

Patrick Schratz, Doktorand am Lehrstuhl für Geoinformatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat am heutigen Montag (21. Juni 2021) den diesjährigen „FAIRest Dataset Award“ erhalten. Schratz und sein Team werden für den Datensatz „Monitoring forest health using hyperspectral imagery: Does feature selection improve the performance of machine-learning techniques?“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird seit 2020 vom Thüringer Kompetenznetz für Forschungsdatenmanagement an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Thüringer Hochschulen vergeben. Dotiert ist der Preis mit 2.000 Euro; das Preisgeld ist zweckgebunden für Kosten beim Datenmanagement zu verwenden.

Geoinformatiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird heute (21.06.) mit dem „FAIRest Dataset Award“ des Thüringer Kompetenznetzes für Forschungsdatenmanagement ausgezeichnet

„Es ist eine feine Sache, dass wir die Auszeichnung für unseren wissenschaftlichen Standard erhalten“, sagt Patrick Schratz. Heißt konkret, der Datensatz wurde nicht eigens für den Wettbewerb aufpoliert. Der 29-jährige Wissenschaftler ist Erstautor der Studie, die sich mit dem Monitoring von Waldschäden im Norden Spaniens beschäftigt. Zum Team gehören weiter Dr. Jannes Muenchow, Eugenia Iturritxa, José Cortés, Prof. Dr. Alexander Brenning und Prof. Dr. Bernd Bischl. Das Forschungsteam hat einen umfangreichen Datensatz erstellt, um Waldschäden im Norden Spaniens zu dokumentieren. Dort leiden die Kiefernwälder auf riesigen Flächen an Pilzen, die überwiegend in Neuseeland und Australien auffindbar sind. Außerdem spielt der Klimawandel eine negative Rolle, da die Pilze sich in warmen und feuchten Gegenden besser verbreiten können.

Ein Datensatz für alle Interessierten

Wie Patrick Schratz erläutert, flossen Daten aus Feldstudien mit ein, dazu Fernerkundungsdaten, die bei Überflügen per Flugzeug gewonnen wurden, und außerdem öffentlich zugängliche Daten, etwa zum Wetter und den geologischen Verhältnissen im Untersuchungsgebiet. Mit Hilfe von Computermodellen werden die Daten weiter aufbereitet. „Die Grundidee, den Datensatz öffentlich zu teilen, ist eng mit dem Gedanken verknüpft, Transparenz zu schaffen und Zugänglichkeit zu wissenschaftlichen Daten zu erhöhen beziehungsweise zu vereinfachen“, sagt Schratz. Das befördere den Austausch in der Wissenschaft und durch sogenannte Pre-Prints sei zudem sichergestellt, dass die Leistungen einzelner Wissenschaftler bereits vor dem üblichen Qualitätssicherungsverfahren, kurz: Peer-Review, zugänglich seien und mögliche Überlappungen hinsichtlich Forschungsideen reduziert werden.

„FAIRest Dataset Award“

Beim „FAIRest Dataset Award“ sind für die Jury des Thüringer Kompetenznetzes für Forschungsdatenmanagement die sogenannten FAIR-Prinzipien maßgeblich für die Preisvergabe. Diese Prinzipien werden mit findable, accessible, interoperable und reusable umschrieben – also auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar. Der „FAIRest Dataset Award“ würdigt den Aufwand, der nötig ist, die Daten unter diesen Prämissen öffentlich verfügbar zu machen. Die FAIR-Prinzipien wurden 2016 veröffentlicht und sollen dazu beitragen, Forschungsdaten besser auffindbar und nachnutzbar zu machen.

Der „FAIRest Dataset Award“ wird am 21. Juni 2021 im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Thüringer Forschungsdatenmanagement-Tage vergeben. Weitere Informationen unter: https://forschungsdaten-thueringen.de/veranstaltung/FDM-Tage-2021.html.

Der Geoinformatiker Patrick Schratz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat heute – stellvertretend für das ganze Team – den diesjährigen „FAIRest Dataset Award“ erhalten. (Foto: privat)
Der Geoinformatiker Patrick Schratz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat heute – stellvertretend für das ganze Team – den diesjährigen „FAIRest Dataset Award“ erhalten.
(Foto: privat)

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Info, Axel Burchardt // UNI Jena
Fotografik, Patrick Schratz privat