Turnhallen für die Aufnahme von Geflüchteten in Jena sind bereit

Die Vorbereitungen und der Ausbau von Aufnahmekapazitäten in Jena laufen auf Hochtouren. Nachdem die Plätze in bisherigen Gemeinschaftsunterkünften und im Schullandheim Stern erschöpft sind, folgt nun die Bereitstellung von weiteren Immobilien in den kommenden Tagen. Zuerst kann ein ehemaliges Seniorenheim in Jena-Zwätzen zur Verfügung gestellt werden. Dort hat der Kommunalservice Jena bereits wichtige Installationsarbeiten getätigt. Wenn alles gut läuft, kann Ende der Woche das Objekt von 68 Personen bezogen werden.

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Durch den Kommunale Immobilien Jena werden derzeit drei Turnhallen für die Aufnahme von Personen ertüchtigt. Dies ist für die Abfederung von größeren Personenzahlen unbedingt notwendig. Eine Prognose des Bedarfs an Schutzraum kann derzeit niemand abgeben. Seitens der Stadt herrscht die Hoffnung, dass der Bezug der Hallen nicht notwendig wird.

Ein weiteres Objekt, welches gerade für der Umrüstung vorbereitet wird, ist die ehemalige POM-Arena. Auf dem Gelände werden auch die dort ehemals installierten Container wieder in Betrieb genommen. Dank personeller Hilfestellung seitens der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird auch die ehemalige Frauenklinik für den Bezug ertüchtigt. Hier wird wohl im April / Mai eine Nutzung möglich sein.

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Weiterhin wurde seitens der AG Wohnungswirtschaft Bereitschaft signalisiert, in den kommenden Monaten etwa 100 Wohneinheiten zur Verfügung zu stellen. Längerfristig geplante Reparaturen werden teilweise vorgezogen oder der Umfang von Sanierungen vereinfacht. Dadurch können Notunterkünfte vermieden werden. Ziel ist es weiterhin, in Jena angekommenen Personen so bald wie möglich eine eigene Wohnung zur Verfügung zu stellen.

700 Geflüchtete in privaten Wohnungen in Jena

Aktuell sind etwa 100 Personen aus der Ukraine in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. In privaten Wohnungen leben derzeit etwa 700 geflüchtete[Ga2] [GU3] [GU4]  Personen. Ohne dieses Engagement von Einzelnen und Familien wäre die Situation wesentlich komplizierter.

Bürgermeister Christian Gerlitz bedankt sich für die rasche Unterstützung seitens der Stadtgesellschaft:

„Kommunale Immobilien Jena, der Kommunalservice sowie die Kollegen aus der Verwaltung arbeiten auf Hochtouren, um so rasch wie möglich weitere Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete Personen bereitzustellen. Aber auch der Freistaat zeigt mit der Universität allergrößte Anstrengungen, um Hochschulimmobilen für die Unterbringung Geflüchteter bereitzustellen. Wir hoffen dadurch, schnell gute Bedingungen für die Menschen zu schaffen, welche aus lebensbedrohlichen Umständen in unsere Stadt gekommen sind.

Dank privater Initiativen, der Bürgerstiftung und die Hilfe aus Vereinen konnten wir in der ersten Flüchtlingswelle unbeherrschbare Zustände vermeiden, wobei unser klares Ziel bleibt, die Menschen so rasch wie möglich in dauerhaften Wohnraum vermitteln zu können. Die ersten Gespräche mit der Jenaer Wohnungswirtschaft stimmen mich hierzu hoffnungsvoll.“

Dezernent Eberhard Hertzsch und Bürgermeister Christian Gerlitz vor der neuen Unterkunft für Geflüchtete in Jena-Zwätzen, Foto: Stadt Jena
Dezernent Eberhard Hertzsch und Bürgermeister Christian Gerlitz vor der neuen Unterkunft für Geflüchtete in Jena-Zwätzen, Foto: Stadt Jena

Aktuelles Ziel der Stadtverwaltung ist es, in den nächsten 4 Wochen weitere Unterkunftsmöglichkeiten für etwa 700 Menschen zu schaffen.

Dezernent Eberhard Hertzsch weist auf die Belastung der Verwaltung hin:

„Das durch Corona-Dauerbelastung und Omikronwelle geschwächte Personal steht nun vor der Aufgabe, eine große Anzahl an Personen humanitär und sicher in Jena zu versorgen. Hier sind wir für jede Hilfe dankbar. Die große Solidarität in der Bevölkerung gibt uns starken Rückenwind. Seitens des Landes wünschen wir uns mehr Möglichkeiten, privates Engagement auch finanziell zu unterstützen. Dazu gehört auch, dass die Kosten der Unterkunft für private Wohnungen abgerechnet werden können. Ebenfalls hoffen wir, dass die Kommune nicht wieder auf vielen Kosten sitzen bleibt.“

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