Was der Tempelberg und die alte Stadt Jena gemeinsam haben

Prof. Dr. Dr. Bertram Schmitz ist gestern Abend in der Jenaer Stadt- und Universitätskirche durch Landesbischof Friedrich Kramer als neuer Universitätsprediger ins Amt eingeführt worden. Der Professor für Religionswissenschaft folgt im Amt auf Prof. Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr, der in den Ruhestand eingetreten ist.

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Der Universitätsprediger bildet die direkte Schnittstelle von Universität und Kirche. Seine Hauptaufgabe ist es, die Präsenz der Universität, insbesondere ihrer Theologischen Fakultät, an der Stadtkirche St. Michael als Universitätskirche zu gewährleisten und sichtbar zu machen. „Mein persönliches Anliegen ist es, Religion und Religionen auf verschiedenen Ebenen besprechbar zu machen, bei mir unter anderem durch Ausstellungen im Rahmen ,meiner‘ WELTRELIGIONENKUNST“, ergänzt Schmitz. Er setzt Kunst ein, um die unterschiedlichen Religionen dieser Welt greif- und verstehbarer zu machen.

„JEnaRUSALEM“

Dieses künstlerisch-theologische Anliegen griff Prof. Schmitz auch bei seiner Amtseinführung auf und präsentierte an diesem Abend das Kunstwerk „JEnaRUSALEM“. Das von Schmitz selbstgestaltete Werk ist „meine religionswissenschaftliche Hommage an die Stadt Jena – und ihre Kirche”, so der neue Universitätsprediger.

Universitätsprediger Prof. Bertram Schmitz (l.) mit dem Kunstwerk „JEnaRUSALEM“ und Landesbischof Friedrich Kramer. (Foto: Jürgen Scheere/Universität Jena)
Ökumenischer Gottesdienst zum Semesterbeginn an der Universität Jena und Einführung des neuen Universitätspredigers Prof. Dr. Dr. Bertram Schmitz (links) durch Landesbischof Friedrich Kramer am 12.04.2022 in der Jenaer Stadtkirche St. Michael. Foto: Jürgen Scheere/Universität Jena

Das Werk besteht aus einem Stadtplan von Jena und zwei Folien. Auf Folie 1 ist der Tempelberg mit Tempel zur Zeit Jesu, auf Folie 2 der Zustand heute mit Al Aksa-Moschee und Felsendom zu sehen. Denn Schmitz ist bei Studien eine – auch für ihn bis heute unerklärliche – Ähnlichkeit aufgefallen: Das Allerheiligste im Jerusalemer Tempel, der 70 n. Chr. zerstört wurde, ist genau ebenso groß wie die Platte der Apsis in der Jenaer Stadtkirche. Mehr noch: Die Maße des Tempelberges in Jerusalem zurzeit Jesu entsprechen fast exakt den Maßen der Alten Stadt Jena zwischen den ehemaligen Stadtmauern bzw. Türmen.

Die Westmauer in Jerusalem entspricht dann dem Fürstengraben. Außerdem stimmen selbst die Maße des ehemaligen Tempels in Jerusalem mit denen der Jenaer Stadtkirche weitgehend überein, wie anhand von Plänen und Folien gezeigt wurde. Prof. Schmitz wird das Kunstwerk mit Erklärungen in den nächsten Monaten publizieren – und auch in den Predigten und in der Stadtkirche wird der Universitätsprediger immer wieder Kunst einsetzen, um die Religionen dieser Welt miteinander in Verbindung zu setzen.

Der neue Universitätsprediger Prof. Dr. Dr. Bertram Schmitz. (Foto: Jürgen Scheere/Universität Jena)
Ökumenischer Gottesdienst zum Semesterbeginn an der Universität Jena und Einführung des neuen Universitätspredigers Prof. Dr. Dr. Bertram Schmitz am 12.04.2022 in der Jenaer Stadtkirche St. Michael. Foto: Jürgen Scheere/Universität Jena

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Info, Axel Burchardt // UNI Jena 
Fotografiken, Jürgen Scheere // UNI Jena